Unsere Arbeit

 

  Sr.Katharina an der Pforte

Sr.Petra in der Bibliothek

Sr.Immaculata im Büro

Sr.Dorothea in der Grafik

Sr.Pia im Archiv

Sr.Felizitas in der Nähstube

Sr.Josepha in der Paramentik
  

Ora et labora - Bete und arbeite gilt als Grundsatz der benediktinischen Klöster, obwohl dieser Satz nirgendwo ausdrücklich in der Ordensregel steht. Arbeit erscheint hier einfach als Selbstverständlichkeit in einer Gemeinschaft, in der alle einander dienen sollen. Sie sichert den Lebensunterhalt. Auch in Lichtenthal trägt jede Schwester nach ihren Kräften und Fähigkeiten zur Erwerbs- oder Hausarbeit bei.

Als die cisterciensische Reform im Jahr 1098 ihren Anfang nahm, wurde in den benediktinischen Klöstern eine solch ausgedehnte Liturgie gefeiert, dass für die Arbeit keine Zeit mehr blieb. Der hl. Benedikt sah jedoch ein organisches Miteinander von Gebet und Arbeit vor, und wollte, dass das Kloster von der Arbeit der Mönche leben konnte:

"Dann sind sie wirklich Mönche, wenn sie von der Arbeit ihrer Hände leben, wie unsere Väter und die Apostel" (Regel Kapitel 48,8). Deshalb kehrten die Cistercienser zu dieser Lebensordnung zurück und reduzierten die Liturgie, um der Arbeit genügend Raum geben zu können.

Die tägliche Arbeit dient aber nicht nur dem Lebensunterhalt, sondern auch der geistlichen Formung. Sie ist das Mittel, mit dem wir die Mühe des geistlichen Lebens auf uns nehmen, sie ist ein Kennzeichen echten monastischen Lebens.

Wie eng Arbeit und geistliches Leben zusammenhängen, geht aus vielen Regelanweisungen hervor: Die Arbeitsbereiche sollen sich im Klausurbereich innerhalb der Klostermauern befinden, damit die Klostergemeinschaft an einem Ort zusammen bleibt und "die Mönche nicht draußen herumzulaufen brauchen, was ihren Seelen ja durchaus nicht zuträglich wäre." (Regel, Kapitel 66,6-7) Die Stabilität, ein Grundanliegen Benedikts, soll auch in der Arbeit zum Ausdruck kommen.

Die Arbeit in der klösterlichen Gemeinschaft setzt ein hohes Maß an Teamfähigkeit voraus. Dies beinhaltet Haltungen wie Gehorsam, Verfügbarkeit, Pflichtbewusstsein, Friedfertigkeit, Ehrfurcht, Bescheidenheit und Geduld. Selbstverwirklichung und Mitbestimmung im benediktinischen Sinn bedeutet, dass man sich für die gemeinsame Sache selbstlos einsetzt: "...Die Brüder dienen sich gegenseitig, keiner ist vom Dienst in der Küche entschuldigt.... denn dieser Dienst hat großen Lohn und vermehrt die Liebe.... " (RB 35, 1.2.6.). Eine jede Arbeit in der Nachfolge Christi, die in Liebe und ohne Murren getan wird, dient der Ehre Gottes und dem inneren Wachstum der Gemeinschaft.

Beim Verkauf der hergestellten Waren "darf sich nicht das Laster der Habsucht einschleichen, ....damit in allem Gott verherrlicht werde." Benedikt sieht in seiner Regel vor, dass die Mönche ihre Fähigkeiten und beruflichen Qualifikationen in die klösterlichen Arbeitsbereiche einbringen: "Handwerker im Kloster sollen ihr Handwerk in aller Demut ausüben". Im Kloster Lichtenthal haben viele Schwestern qualifizierte Ausbildungen, z.B. Meisterbriefe erlangt oder Studien absolviert, sie arbeiten in ihrem Metier.

Jahrhundertelang wurde das Gesicht Lichtenthals von der Landwirtschaft geprägt. Rund um den Klosterhof gruppierten sich Ökonomiegebäude und Werkstätten, so wie es in der Regel Benedikts bestimmt ist: Mühle, Schmiede, Bäckerei, Brennerei, Seifensiederei, Sattlerei... . Wo jetzt im Klosterhof gepflegter Rasen ist, waren Viehkoppeln und Tränken, die aus dem Marienbrunnen gespeist wurden. Die "Aumatt", heute Teil der Parkanlagen der berühmten Lichtenthaler Allee, war Wiese und Ackerland.

Dieses Bild hat sich gewandelt. Infolge der Säkularisation übernahmen die Schwestern die Mädchenschule des Stadtteils, um so die Aufhebung des Klosters zu verhindern. In der Zeit des NS-Regimes kamen Kunstwerkstätten hinzu. Die Landwirtschaft wurde inzwischen ganz aufgegeben, die Ökonomiegebäude zum Gäste- und Tagungshaus umgebaut.

So arbeiten die Schwestern heute bei den Gästen, in Küche, Haus, Garten und Sakristei, als Lehrerinnen in der Grundschule und in der Bibliothek, in Paramentenwerkstatt, Goldschmiede und Skriptorium, bei der Betreuung der alten und kranken Schwestern, an der Pforte und in der Verwaltung, bei der Likörherstellung und in der Buch- und Kunsthandlung. In den meisten Arbeitsbereichen werden sie von Angestellten unterstützt.

   Sr.Barbara beim Beerenpflücken

Sr.Gabriela bäckt das Brot

Sr.Odilia bei der Gartenarbeit

Sr.Benigna kocht Kaffee

Sr.Beatrix in der Küche

Bei der Likörherstellung

Sr.Maria bäckt Springerle
 
  Springerlemotiv für Ostern  

 

Weitere Informationen zum Thema:

Leben im Kloster
Das Stundengebet
Unsere Gemeinschaft
Ora et labora - Bete und arbeite
Der Weg ins Kloster

 

 

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